20.12.25 - Brasilien - Die lange Anreise wird belohnt!
Ich bin in Sao Paulo! Zum 3. Mal
in meinem Lieblingsland und es fühlt sich ein bisschen an wie heimkommen! Aber
der Reihe nach:
Gestern klappte alles wie am Schnürchen,
ich hatte reichlich Zeit, deshalb lief ich in Prag vom Bahnhof schnell in die
Stadt, Füße vertreten, und kaufte mir ein Baguette für später. Dann ging es mit
Metro und Weihnachtsbus zum Flughafen.
Ich war deutlich zu früh, der
Check-In hatte noch geschlossen, deshalb gab es zunächst einen Cappu. Dann
konnte ich meinen großen Rucksack mit gerade mal 10,5kg abgeben und durch die
automatische Passkontrolle gehen. Auf meinem weiteren Spaziergang im Inneren
des Flughafens entdeckte ich den Food-Court, den ich noch nie beachtet hatte.
Und der war ganz anders als erwartet, es ist nämlich fast wie eine Mensa mit
Selbstbedienung und echt günstigen Preisen. Dort kann man als Touri rein, aber
auch viele Mitarbeiter saßen dort. Es gibt Gerichte für unter 10€, die echt gut
aussahen. Muss ich mir merken!
Die Sicherheitskontrolle war
wieder direkt am Gate, etwas blöd, weil ich mir danach immer gern nochmal meine
Flasche auffülle. Aber immerhin wurden die ca. 200ml Restwasser nicht
beanstandet. Vor dem Bording stand schon wieder die obligatorische Schlange.
Und stand und stand, bis der Hinweis kam, der Flieger hätte eine Stunde Verspätung.
Das sorgte für ordentlich Trouble und noch mehr, als es dann plötzlich losging
ohne dass man sich vorher anstellen durfte! Alle stürmten einfach gleichzeitig
los und niemand durfte Schlange stehen!
Der Flug verlief dann ereignislos
und nach gut zwei Stunden landeten wir in Istanbul. Dass es dort 1 Uhr nachts
war, merkte man gar nicht. Leider galt das auch für die Bauarbeiten, die neben
meinem geplanten Schlafplatz offensichtlich rund um die Uhr gemacht werden. Mit
Hebebühne, die extrem laut war und den Boden vibrieren ließ. Ich zog also
direkt um und ein Stück weiter, wo es etwas ruhiger zuging. Mit Strandtuch,
Jacke und diversen Klamotten obendrauf und dem dünnen Schlafsack war es gar
nicht so hart wie befürchtet und ich konnte ein wenig schlafen. Sicher besser
als all die zusammengekrümmten Gestalten auf den Stühlen…
Heute früh gegen halb 9 packte
ich meine Sachen zusammen und machte mich auf die Suche nach meinem Gate – es war
gleich ums Eck, wieder nix mit der Bewegung. Wem 13,5h nicht genug sind, der
kann auch direkt weiter nach Buenos Aires fliegen, was auch der halbe Flieger gemacht
hat.
Hier begann das Bording pünktlich
und wir starteten auch mit kaum Verspätung gegen halb 11. Ich hatte Glück,
schon wieder ein Fensterplatz und das in der Reihe vorm Klo, wo niemand gestört
wird, wenn man den Sitz zurückklappt. Neben mir saßen zwei des Englischen nicht
mächtigen Chinesen. Mit Händen und Füßen verstanden wir uns aber ganz gut. Und
sie standen oft auf, was meinem Hintern sehr entgegen kam. Um uns waren noch
einige Chinesen, ich hörte was von Patagonien und die neben mir zoomten auf der
Karte zur Antarktischen Halbinsel. Ich glaube, ich weiß, was die morgen machen…
Es gab Frühstück, Snacks und Getränke zwischendurch zur Selbstabholung und am Ende noch ein frühes Abendessen. Dazwischen wurden sämtliche Fenster zugemacht und Nacht simuliert. Ich habe keine Ahnung, warum… „Leider“ hatte mein Fenster keinen Rollo, was auch die Crew irritierte, die mich mehrfach bat, das Fenster zu schließen. Wie schade! So konnte ich nämlich das ganze nordwestliche Afrika mit riesigen Sandmassen unter mir sehen, echt beeindruckend. Habe versucht, den Iron-Ore-Train in Mauretanien unter mir zu finden, aber leider nix derartiges entdeckt.
Nach einigen Stunden über Blau und ein paar Wolkendecken kam dann endlich mein Lieblingsland unter mir in Sicht.
Wir landeten kurz nach halb 6 Ortszeit in Sao Paulo, 4h nach deutscher Zeit. Kaum war ich aus dem Flieger, war ein Lächeln in mein Gesicht getackert, ja, hier bin ich richtig, auch wenn es nur ein großer, hässlicher Flughafen ist. Der erstaunlich leer war, wir waren anscheinend die einzige Maschine aus dem Ausland und so ging die Passkontrolle super schnell. Das Gepäck dauerte dann länger, was aber auch nur daran lag, dass alle Rucksäcke beim Sperrgepäck gelandet sind. Im Nachhinein hätte es mir schon auffallen können, dass nicht ein einziger Backpacker in dem Flieger gewesen sein sollte.
Als wir zwei uns endlich
wiedergefunden hatten, versuchte ich noch – erfolglos – Geld abzuheben, beide
ATMs waren außer Betrieb. Aber Brasilien war uns vor sechs Jahren schon weit
voraus, was Kartenzahlung angeht, also kann das zumindest bis morgen warten…
Für mein Uber brauchte ich schon mal keines und kam auch so für gut 15€ in
einer halben Stunde zu meinem Hostel Amor por SP. Inzwischen war es kurz nach
7. Ich konnte problemlos einchecken und natürlich mit Karte zahlen. Das Hostel
ist ein kleines Haus, die Besitzerin scheint auch hier zu wohnen und die
Verständigung auf Portugiesisch klappte auch auf Anhieb recht gut.
Ich bezog mein Bett in einem AC-freien Sechserdorm und sprang erstmal unter die Dusche. Danach sortierte ich meine Rucksäcke, die Jacke und den Schal brauche ich erst wieder in über zwei Wochen. Dafür kamen die Havaianas raus! Jetzt sitze ich im Innenhof im T-Shirt und kurzer Hose bei ca. 23°. Viel los ist hier nicht, aber das ist mir nur recht, denn ich werde wohl ziemlich bald ins Bett purzeln. Alles andere gibt’s dann morgen!








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