23.12.25 - Ausflug ins wunderschöne Tiradentes
Gestern war ich
dann um kurz vor 9 mit dem Kindle im Bett und kurz nach 9 machte ich ihn wieder
aus. Und schlief quasi bis heute früh um 7. Wie ein Baby! Überragend! Ich las noch
ein bisschen im Bett, kurz nach 8 wechselte ich mit einer Tasse Kaffee in die
Hängematte. So lässt es sich leben! Dann ging ich eine Kleinigkeit frühstücken.
Gegen Viertel 10
war ich dann startklar, erfragte die nächste Bushaltestelle – gleich ums Eck –
und begab mich dorthin. Ich musste nicht lange warten, kurz nach halb kam schon
ein Bus, der genau wie ich nach Tiradentes wollte. Ich zahlte gut 1€ - cash
only – und hatte freie Platzwahl. Es dauerte eine halbe Stunde bis wir aus der
Stadt raus waren, die restliche Strecke ging es deutlich schneller. Ich hatte Glück
und den Bus erwischt, der die alte Straße aus Kopfsteinpflaster nahm, die
landschaftlich wohl die viel schönere Strecke ist. Unterwegs gab es einen
kleinen Wasserfall (mit Badestelle, hätte ich das gewusst…) und es war wirklich
schön.
In Tiradentes,
das nur 7000 Einwohner hat, stieg ich recht bald aus und war innerhalb
kürzester Zeit von dessen Schönheit geflasht. Einfach nur ein putziges kleines
Kolonialstädtchen. Klar, sehr touristisch, aber absolut nicht überlaufen. Das
ist wohl am Wochenende anders, wenn der alte dampfenden Touri-Zug hierherfährt.

Zunächst lief ich das holprige Pflaster hoch zu einer wunderschönen kleinen Kirche mit genauso schönen Aussicht auf den Ort. Dann ging es im Zickzack weiter durch die verschiedenen Gässchen.
Für die lauffaulen kann man das Ganze auch in Barbies und Elsas Kutsche machen… Aber weite Strecken gibt es hier sowieso nicht.
Auf der
gegenüberliegenden Seite der „Hauptstraße“ gab es einen weiteren schönen
Aussichtspunkt über den ganzen Ort.
Nur am Cappuccino scheiterte ich mal wieder, auch wenn an vielen Stellen Espresso angeboten wird, ist der Milchschaum eher unbekannt oder unbeliebt. Übrigens bin ich weder gestern noch heute über mehr als drei andere nicht brasilianische Touris gestolpert, auch im Hostel ist das nicht anders.
Der internationale Tourist, der Brasilien noch nicht so gut kennt wie ich, hält sich wohl eher an die Küste und verpasst damit einiges. Wobei auch der durchschnittliche Brasilianer weniger durch sein Land gekommen ist als ich, wie sich in einigen Gesprächen gezeigt hat, wenn man mich fragt, wo ich denn schon so war hier… 😂
Ziemlich
schnell hatte ich alle Gassen abgelaufen und leider noch keinen geöffneten Açaí-Laden
entdeckt. Dafür umso mehr Eisdielen, damit gab es zunächst also ein Eis. Mit
einer sehr leckeren dicken hausgemachten Waffel. Kaum war ich zurück auf der
Straße, kam auch schon ein Bus angefahren, der mich auf demselben Weg zurück
nach Sao Joao brachte, wo ich kurz nach 1 ankam.
Nicht ganz so
gut wie die beiden letzten, aber trotzdem sehr lecker. Gestärkt ging es zurück
zum Hostel und erstmal an den Pool. Der war heute leider sehr stark bevölkert,
eine Großfamilie oder ein Haufen Freunde – keine Ahnung – hatte sich dort zum Churasco
(Barbecue) versammelt und Cachaça scheint auch reichlich zu fließen. Das dauert
vermutlich auch noch einige Stunden so an. Deshalb verzog ich mich auch recht
schnell wieder in eine gemütliche Hängematte hinter dem Haus, wo ich bis halb 6
mehr oder weniger liegen blieb. Dann ging es in die Dusche und im Anschluss zum
Blogschreiben in den Frühstücksraum.
Danach traf ich mich mit drei Jungs, die im Hostel voluntieren, einer hatte mich vorhin gefragt, ob ich bisschen mit durch die Stadt laufen will. Ich traf sie genau im richtigen Moment, als eine weihnachtliche Prozession auf uns zusteuerte. Volles Programm mit Papa Noel (dem Weihnachtsmann), Olaf, Grinch, Feuerschlucker, Mickey Mouse und Blaskapelle.
Die hatte eine Mischung drauf zwischen Stille Nacht (nicht wirklich), Jingle Bells und Sambarhythmen. Eigentlich nur eine kleine Gruppe, aber dann folgten wir ihr mit ganzen Menschenmassen. Eindeutig eher mein Weihnachten, wenn ich eines nehmen muss. Und sogar geschneit hat es ;-)
Danach liefen wir so noch eine Runde durch die Stadt, die nachts auch echt schön leuchtet. Auf den letzten Metern vorm Hostel kapitulierten dann meine Flipflops. Vermutlich ein Zeichen, sie hätten in so vielen anderen Ländern kaputt gehen können. Wenn ich so drüber nachdenke, ich glaube die waren 2021 schon mit mir in Mexiko... Mal sehen, ob ich morgen einen Laden finde oder ob ich die nächsten Tage in Turnschuhen verbringen muss...
Ach ja. Morgen fahre ich früh mit einem Blablacar (Busse gibt es nicht wirklich) nach Ouro Preto, was auch in Minas Gerais liegt. Da mein nächster Blog dann in Deutschland erst am 25. auftauchen wird, in diesem Sinne:
FELIZ NATAL - FROHE WEIHNACHTEN!!!
















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