24.12.25 - Weiterfahrt nach Ouro Preto
Die zweite
Nacht war nicht ganz so gut wie die erste. Ich wachte schon bald auf und konnte
dann länger nicht einschlafen. Außerdem wurde irgendwo im Zimmer illegal der
Amazonas abgeholzt. Komplett, bis auf den letzten Baum! Heute früh stand ich um
dreiviertel 8 auf, packte und ging nach unten zum Frühstück. Ich saß ein
bisschen auf gepackten Rucksäcken. Fernanda, die mich heute mitnehmen sollte
über Blablacar hatte gestern noch geschrieben, dass ihre Kupplung kaputt sei
und das Auto noch in der Werkstatt wäre. Abfahrt um 9 war also schon mal nicht.
Aber schon krass, in Deutschland würde eine kaputte Kupplung am 23.12.2025
bedeuten, dass man frühestens am 29. überhaupt in eine Werkstatt fahren könnte,
Weiterfahrt dann vermutlich erst 2026… Frühestens!
Ich nutzte die
gewonnene Zeit um dem Zeichen zu folgen und besuchte den kleinen Havaiana-Laden
im Zentrum. Ok klein, naja, für brasilianische Verhältnisse eine eher geringe Auswahl,
ich schätze mal, so gut 200 verschiedene Exemplare… Ich entschied mich für ein
buntes Paar für knapp 10€. Wird aber nicht das letzte sein. Dann kaufte ich
noch Nudeln und Pesto für heute Abend, da vermutlich alle Restaurants nur auf
Weihnachtsmenüs eingestellt sein werden. An Heiligabend ist ein Supermarkt hier
auch nicht so anders zu einem deutschen, ich steh da ja voll drauf! Auch hier
scheint es bis nächstes Jahr nichts mehr zu geben…
Zurück im Hostel musste ich nicht allzu lange warten bis Fernanda schrieb, dass sie ihr Auto holen könne. Im Stadtzentrum, so dass ich mir einen Weg sparte, denn sie holte mich Punkt 11 direkt am Hostel ab. Wir sammelten noch zwei weitere Mädels ein und dann ging die Fahrt los. Immer so schnell wie es der alte kleine Fiat schaffte. Bergauf gemütlich, bergab dafür deutlich schneller. Unterwegs hielten wir an einem kleinen Rasthof, wo ich mir ein Pao do Queijo reinzog.
Gegen 2 kamen wir dann in Ouro Preto an, eine Stadt mit 70000 Einwohnern und vermutlich genauso vielen Höhenmetern auf die diversen Gässchen verteilt. Ich dachte ja schon, Sao Joao sei hügelig, aber das hier toppt alles. Ouro Preto heißt übersetzt schwarzes Gold, damit ist auch klar, woher hier früher die Kohle für all die Prachtbauten kam.
Fernanda setzte mich am
alten Bahnhof ab, nur 1km vom Hostel entfernt, Höhenmeter allerdings nicht mit
eingerechnet… Mit meinen letzten Tropfen Wasser schleppte ich mich nach oben
ins historische Zentrum und zu meinem Hostel, wo ich erstmal einen halben Liter
Wasser exte.
Ich drehte eine erste kleine Runde auf der Suche nach meinem obligatorischen Grundnahrungsmittel. Mein Favoritengeschäft laut Google existierte nicht mehr, so dass ich am Ende in einem nicht so gemütlichen landete, wo der Açaí dafür aber sehr gut war. Nur leider gab es kein Obst obendrauf…
Dann beschloss ich, zwei Aussichtspunkte anzugehen, wobei es der erste wirklich in sich hatte. Das große Gebäude mit dem Platz davor mittig auf dem Bild war mein Startpunkt… Aber für die Aussicht hat es sich wirklich gelohnt.
Runter ging es kaum schneller, ich hab nachgemessen, stellenweise hatte der Weg 20° Neigung, was einer Steigung von 36% entspricht. Und da fahren auch Autos hoch!
Der andere
Aussichtspunkt war da einfacher zu erreichen, aber dafür auch lange nicht so
toll.
Jetzt um kurz
nach 7 ist es stockfinster und hier komplett leer. Ein paar Leute sind da, aber
keine geselligen. Die Terrasse habe ich jedenfalls komplett für mich alleine.
Um mich rum klingeln jetzt ständig Kirchenglocken, irgendwo scheint auch wieder
eine Parade zu laufen und Feuerwerk gab es auch schon ein bisschen. Und es ist
ganz schön frisch, ich habe gerade einen Pulli, Socken und die Leggins
angezogen! Wir sind aber auch auf 1200m, das sollte man dazu sagen.
Somit werde ich
den Abend hier heute extrem entspannt ausklingen lassen. Morgen werde ich dann den
Ort noch ein bisschen weiter erkunden und vielleicht auch noch einen Abstecher
in den wohl auch sehr schönen und nicht so bergigen Nachbarort machen, mal
sehen!















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