27.12.25 - Inselleben
Ich hab gestern
tatsächlich bis fast 10 Uhr durchgehalten, was mich selbst ganz erstaunt hat.
Geschlafen hab ich mit offenem Fenster, wobei ich mir nicht sicher war, wo es
„kühler“ war. Auf AC hatte ich definitiv keine Lust und der Venti-Hui machte
definitiv zu viel Sturm und ließ sich nicht runterdrehen. War durchaus ok, nur
die Moskitos waren von der anstrengenden Sorte und fanden jede Stelle, die ich
nicht eingeschmiert hatte (Ohr, Augenbraue, Kinn…) Moskitonetze kennt man hier
leider nicht und die Viecher sind überall hier unterwegs.
Gegen 5 machte
ich dann aber das Fenster zu und doch die AC an. Die ist sehr weit weg vom Bett
und mit 26° war sie schon akzeptabel 😉Die Matratze ist auch
etwas seltsam. Sie hängt nicht wirklich durch, gibt mit der Zeit aber ziemlich
nach, sodass ich immer mal weiterrollen und ein neues Loch graben muss.
Gegen 7 war ich
wach, blieb aber noch eine gute Stunde liegen. Dann gab es mein
Bircher-Porridge-Whatever. Das schmeckt tatsächlich auch mit Wasser noch ganz
ok.
Ich packte
meine Sachen und war kurz darauf auf dem Weg zum Pier.
Dort wurde ich
um 9 von meinem Tauchboot abgeholt. Die Tauchbasis selbst ist einen Strand
weiter, an meinem – doch recht großen – gibt es keine einzige. Über Whatsapp
hatte ich die letzte Woche angeschrieben und dann auch gebucht. Hatte ich so
auch noch nie, ich hatte meine Maße durchgegeben und auf gut Glück wurde mir
die Ausrüstung geliefert. Passte aber alles perfekt. Die Flossen dank der
obligatorischen „Tauchsocken“ auch. Mit mir zusammen wurde ein Finne
eingesammelt, vielleicht Anfang 20, der als Kind vier Jahre in Brasilien gelebt
hatte. Und schließlich noch zwei Spanier, die wir an einem anderen Strand
aufgabelten.
Dann ging es
noch ein paar Minuten weiter zu unserem ersten Tauchspot. Dass das Wasser kalt
ist, war mir schon klar, gestern war es schon echt erfrischend und der 5mm
lange Neo machte mir da auch keine Hoffnungen. Hineinkommen war wieder der
Albtraum schlechthin, dann war es heiß drin und ich fühlte mich wie immer etwas
klaustrophobisch. Doch ich war mehr als nur froh darüber, ihn zu haben, es war
echt arschkalt! Zwischendurch hätte ich mir auch mal Handschuhe und eine Mütze
gewünscht. Immerhin konnte ich die Hände unter die Arme klemmen.
Dann allerdings
war es echt außergewöhnlich, denn es blieb nicht dauerhaft eisig. Zwischendurch
war es richtig warm, es kamen ständig Strömungen mit unterschiedlichen
Temperaturen. Wie wenn du in der Badewanne liegst und einer einen Eisbach
hineinleitet. Oder auch umgekehrt. In dieser Ausprägung hatte ich das noch
nicht, immer mal was Neues.
Ansonsten war
das jetzt nicht so das Highlight. Bin natürlich inzwischen ziemlich verwöhnt.
Aber es hat wohl auch seinen Grund, dass Brasilien nicht als Tauch-, sondern
als Surfland bekannt ist. Und das geht selten zusammen gut…
Was wiederum
meine „Pläne“ für die Tauchschule in Brasilien mächtig durcheinander bringt…
Hm, dann doch die Surfschule im Norden Brasiliens mit angeschlossenem
Barista-Café und vegetarisch-brasilianischen Spezialitäten. Also für den Fall,
dass mir doch mal ein Schüler in Barcelona im Meer absäuft und ich dem
Freistaat nicht mehr tauge. Wobei, bei dem Lehrermangel wäre wohl nicht mal das
ein Kündigungsgrund…
Wieder an der
Luft wärmte ich mich ein bisschen auf, doch viel Zeit war gar nicht bis wir
unseren zweiten Tauchspot direkt in Ufernähe erreichten. Auch hier gab es
nichts besonderes zu sehen, aber Spaß gemacht hat es schon mal wieder. Muss
jetzt aber morgen nicht nochmal sein. Damit hat übrigens die Anzahl meiner
Tauchgänge wieder die der Länder überholt. 99 Tauchgänge und 98 Länder. Wobei
die Länder die magische 100 wohl zuerst erreichen werden…
Nun ging es mit dem Boot zur Praia Vermelha, dem roten Strand, wo die Tauchbasis samt Restaurant ist und wir die Tauchgänge bezahlten, bevor wir wieder in unsere Bucht zurückgebracht wurden. Gegen 1 war ich wieder an meinem Strand. Da ich Hunger hatte, ging ich direkt zu dem kleinen Restaurant, wo ich gestern keinen Erfolg mehr hatte. Dort gibt es nämlich Pratos Feitos, also ein typisches brasilianisches Tagesgericht zu günstigem Preis. Meist Fleisch oder Fisch, dazu in der Regel Reis, Bohnen, Salat und etwas gekochtes Gemüse. Hatte ich bisher auch noch nirgends gesehen.
Im Anschluss nutzte ich direkt den sehr breit gewachsenen Baum vor dem Restaurant und seinen großen Schatten, um mein Handtuch auszubreiten. Dort bzw. im Wasser blieb ich dann auch die nächsten Stunden.
Nur einen
kleinen Abstecher von ca. 20m machte ich, denn dort war auch schon der
Açaí-Dealer. Das Zeug kostet gar nicht mal mehr als am Festland. Echt komisch,
aber soll mir recht sein. Es gab Banane, Erdbeeren und Granola drauf. Die
Berechnung des Gesamtpreises (18+2+2) überließ man sicherheitshalber dem
Handytaschenrechner. Wobei ich mich frage, ob da nicht eine 2 vergessen wurde,
waren ja 3 Extras… Auf jeden Fall war es lecker und ich werde wiederkommen!
Gegen fünf lief ich Richtung meiner Unterkunft und gönnte mir noch ein Feierabendbier nach dem anstrengenden Tag.
Dann ging es in die Pousada und erstmal in die winzige Küche, um meine restlichen Nudeln zu kochen. Morgen will ich eine kleine Wanderung machen (genau zu den beiden Stränden, die heute schon gesehen hatte) und da macht sich die Pasta ganz gut als Wegzehrung. Ich duschte, dann gab es die restliche Pizza von gestern und zum Nachtisch einen Lebkuchen, den ich immer noch durch die Gegend schleppe. Etwas bröselig, aber geschmacklich einwandfrei.
Jetzt ist es acht und ich sitze keine 50m von meinem Bett entfernt mit Caipi am
Strand und schreibe Blog. Muss dann nachher nur noch die Bilder einfügen,
Internet hab ich hier keines. Ach ja, vom Tauchen gibt’s keine Fotos. Erstens
ist meine letzte Fake-Gopro ja in Belize abgesoffen, zweitens wäre so viel da
eh nicht drauf zu sehen…
So, der Caipi
ist verdammt gut und süffig und auch nicht zu süß, ich glaube ich brauche noch
einen…











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