28.12.25 - Von Strand zu Strand zu Strand mit 600 Höhenmetern
Gestern gab es dann noch einen
zweiten Mojito, dieses Mal mit Maracuja. Gegen 10 war ich dann im Bett und eine
halbe Stunde später habe ich tief und fest geschlummert. Heute allerdings bei
geschlossenem Fenster und mit Klimaanlage auf kuscheligen 26°. Irgendwie kam es
mir heute extrem dampfig vor, somit war das die bessere Entscheidung. Ich habe
wieder ganz gut geschlafen, auch wenn ich immer mal wieder aufgewacht
bin.
Heute früh war ich gegen 7 Uhr
ausgeschlafen. Ich blieb aber wieder noch bis fast halb 9 liegen. Dann setzte
ich mich auf meinen Balkon und futterte das restliche Müsli. Da ich heute keinen
Stress hatte, blieb ich noch bis 9 etwa sitzen. Dann schnappte ich meine
Turnschuhe und den Rucksack und los ging es. Heute hatte ich viel vor.
Zunächst einmal ging es den Strand und dann weiter die Küste entlang. Zwischendurch machte der Weg auch schon mal einen kleinen Abstecher den Berghang hinauf, von wegen von Strand zu Strand geht es flach. Bis zu meinem ersten Zwischenziel hielten sich die Höhenmeter allerdings noch in Grenzen.
Der Weg war eigentlich echt sehr schön, es ging durch den Regenwald und es war fast nichts los. Nur einige Leute, die zu einem kleinen Strand unterwegs waren. Ich lief aber immer weiter, denn ich wollte zu dem Strand, an dem die Tauchschule ist, die Praia Vermelha. Der Regenwald ist hier übrigens in einem ziemlich natürlichen Zustand. Die Insel war erst Piratennest, dann Leprakolonie und schließlich Gefängnisinsel. Und nun steht sie unter Naturschutz.
Nach einer knappen Stunde war ich am Ziel. Ich konnte mir auf der schönen Terrasse des Restaurants, das zur Tauchschule gehört, einen Sessel in erster Reihe schnappen. Dann wurde mir allerdings gesagt, dass im Moment noch Frühstücksbetrieb sei und das Restaurant erst um 12 öffnet. Ich erwähnte, dass ich ja eigentlich nur einen Kaffee wollte und die zwei Mädels, eine davon, glaube ich, Chefin, führten mich zum Frühstücksbuffet und zeigten mir Kaffee und Milch. Ein Traum.
Am Ende musste ich dafür nicht mal
etwas zahlen, sondern wurde mit einem freundlichen Lächeln eingeladen. Mit
Kaffee und einigen Sudokus saß ich hier eine Stunde rum, bevor ich mich auf den
weiteren Weg machte.
Jetzt kam der anstrengendste Part. Von hier aus wollte ich zur Praia Promeva. Doch zwischen den beiden Stränden liegt ein gut 300m hoher Hügel. Und der hatte es wirklich in sich. Die ersten 100 Höhenmeter schaffte ich quasi noch durch den Ort, dann ging es ans Eingemachte.
Anfangs lief es noch halbwegs,
doch etwa ab der Hälfte verließen mich meine Kräfte, keine Ahnung warum. Ich
schleppte mich ganz langsam dahin und es dauerte und dauerte.
Es war schon echt sau steil und außerdem auch ganz schön feucht warm. Mir lief das Wasser in Strömen das Gesicht runter und mein T-Shirt war klatschnass. Gut, dass ich mir zwischendurch meine Wasserflasche wieder aufgefüllt hatte, denn auf diesem Abschnitt entleere ich sie fast komplett. Irgendwann hatte ich den höchsten Punkt erreicht und endlich ging es wieder bergab. Nicht unbedingt einfacher, es war so steil, dass man teilweise nur in kleinen Dippelschritten vorwärtskam.
Irgendwann tauchte aber der Ort
von mir auf, noch ein kleines Stück weiter und ich erreichte den Strand. Inzwischen
war es halb 1. Irgendwie sah der Strand vom Boot aus schöner aus. Er war zwar
recht leer, aber leider auch ganz schön zugemüllt. Das Café oder Restaurant
direkt am Strand fehlte vollständig. Ich legte mich zunächst ein bisschen in
den Schatten und hängte meine Klamotten zum Trocknen auf, dann sprang ich kurz
mal ins Wasser. Wirklich lange hielt es mich hier aber nicht.
Ich machte mich wieder startklar
und auf den Rückweg. Da entdeckte ich zumindest noch ein kleines Restaurant, in
dem ich mir eine eiskalte Coke Zero gönntn. Gegen zwei ging es dann wirklich
auf den Rückweg.
Dieses Mal war der Berg nicht
ganz so hoch und es war weitgehend auch nicht ganz so steil, dafür lag er
deutlich mehr in der Sonne. Heute früh bin ich doch fast nur im Schatten der
Bäume gelaufen. Trotzdem war ich jetzt irgendwie viel fitter, vielleicht lag es
an meiner Pastaration, die ich am Strand gefuttert hatte.
Jedenfalls lief es jetzt deutlich
besser als auf dem Herweg und ich kam wesentlich schneller voran. Auf 200
Metern Höhe hatte ich auch hier den höchsten Punkt erreicht, von nun an ging es
wieder recht steil nach unten.
Man beachte bitte die Stromleitungen,
vogelwild!
Gegen drei war ich wieder an der
anderen Küste angelangt und von hier aus ging es ein Stück denselben Weg zurück
wie heute früh. Der kleine gemütlich aussehende Strand vom Vormittag war jetzt
mein persönlicher Albtraum, voll mit mehreren Partybooten und von weit her dank
der lauten Musik zu hören.
Hier blieb ich definitiv nicht! Auf der Suche nach einem Plätzchen für einen weiteren Einkehrschwung lief ich weiter und weiter und endete schließlich beim Açaí-Dealer meines Vertrauens.
Heute wurde der Preis tatsächlich im Kopf ausgerechnet mit dem Ergebnis, dass
ich am Ende einen Reais zu viel zahlte. Krass, wie schlecht man im Kopfrechnen
sein kann! Aber die umgerechnet 17 Cent konnte ich durchaus verschmerzen. Der Açaí
war dafür auch wieder super lecker.
Dann lief ich zu meiner
Unterkunft, hängte das klatschnasse T-Shirt auf und gönnte meiner Hose eine
kurze Katzenwäsche. Ich selbst ging dann wieder an den Strand, wo ist dank
großer Wolke inzwischen eine sehr angenehme Temperatur herrschte. Außerdem
wehte ein leichter Wind, so dass ich noch ein Stündchen dort liegen
konnte.
Um halb 6 bekam ich dann leichten
Hunger und Durst obendrein, deshalb ging ich 10m weiter dorthin, wo es gestern
den guten Caipi gab. Ich bestellte mir einen Teller Pommes und ein Bier dazu, genau die Stärkung,
die ich jetzt brauchte.
Ich blieb noch sitzen, bis die
Sonne hinter dem Berg verschwunden war und es langsam finster wurde. Dann ging
es in meine Pousada und direkt unter die Dusche. Jetzt ist es halb 8, ich bin
ziemlich platt und erledigt und spreche unter viel Gähnen den Blog auf dem Bett
ein. Das Ganze wird dann gleich auf der Terrasse noch Korrektur gelesen und
hoffentlich in verständlich übersetzt. Viel mehr wird heute nicht mehr
passieren, schätze ich.
Morgen habe ich noch fast den ganzen Tag hier auf der Insel. Erst um 4 Uhr fahre ich an die Küste zurück, für die nächste Nacht habe ich ein Hostel in Angra gebucht.

















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