29.12.25 - Kleinerer Ausflug auf der Insel
Gestern ließ ich den Abend noch
faul auf der Terrasse ausklingen, kurz vor 10 lag ich aber bei offenem Fenster
im Bett und war kurze Zeit später weggeschlummert. Früh machte ich es aber zu
und die AC minimal an. Gegen 7 war ich wach, aufgestanden bin ich aber erst um
halb 9 oder so. Ich startete wieder ganz gemütlich und ohne jeglichen Stress.
Zum Frühstück gab es ein paar Pestonudeln, geht zur Not halt immer. Dann packte
ich alle meine Sachen und parkte meine Rucksäcke.
Um kurz vor halb 10 war ich dann unterwegs.
Heute lief ich die Küste in die andere Richtung entlang, es waren auch nur 8km
und der höchste Hubbel ungefähr 130m hoch. Trotzdem ging es die ganze Zeit
ordentlich rauf und runter und trotz Schatten der riesigen Bäume kam ich
ordentlich ins Schwitzen.
Im Gegensatz zu gestern war ich
heute auch nicht ganz allein unterwegs, ich traf oder überholte doch ein paar andere
Leute.
Nach einem Stück die Küste
entlang zweigte mein Weg nach rechts ab und führte mich über den Hubbel zur
Praia Longa. Eigentlich der schönste Strand von allen, die ich gesehen habe.
Es scheint dort einen richtigen
Ort zu geben, nicht nur Tourihäuser, denn es gab sogar eine Schule und eine
Kirche.
Der Strand war klein und überschaubar
und hatte am Ende genau ein kleines Restaurant, in dem ich mich für einen
Maracujasaft niederließ. Ganz ruhig, nur wenige Menschen und keine laute Musik.
Eine Stunde später, gegen Viertel
12 etwa zog es mich aber weiter. Nun quasi auf dem Rückweg lief ich die Küste
entlang bzw. einige Meter höher im schattigen Regenwald. Der Weg führte um eine
kleine Halbinsel rum in Richtung Lagoa Verde.
Und die hörte ich schon lange,
bevor ich sie sah. Und ich sah sie wesentlich kürzer als ich das gedacht hatte.
Denn für mich war sie das Ebenbild der Touri-Hölle! Boote über Boote, die Reichen
und Schönen (?) auf ihren Yachten, der Durchschnitts-Touri auf kleineren
Ausflugsbooten. Oder in der Schwimmnudelreihe…
Nee, hier hielt mich mal so gar nichts, das wunderschön türkisblaue Wasser war auch kaum zu sehen. So setzte ich mich nicht einmal hin, sondern drehte direkt wieder um, zurück auf den Weg und weiter zu meinem Strand. Was bin ich froh, ich hatte die Werbebilder für die Bootstouren ja gesehen und mal kurz drüber nachgedacht... Puh!
Vielleicht einen Kilometer davor wurde ich aber von einem Açaí-Schild aufgehalten, das einige Stufen nach oben zu einer wunderschönen Pousada zeigte. Und das war die bisher beste Açaí-Location überhaupt, mit wunderschönem Blick auf einen klitzekleinen Strand unter mir.
Der Açaí war auch richtig gut. Ich wurde nicht mal gefragt, was ich denn gerne dazu hätte, er kam genauso traditionell wie ich ihn liebe: mit Granola und Banane und das auch nicht so knapp bemessen. Toll!
Glücklich und zufrieden ging ich noch für eine Stunde an besagten kleinen Strand, an dem sich vielleicht noch 20 weitere Menschen aufhielten. Sehr schön. Dann, kurz vor zwei, lief ich den restlichen Weg zurück. Direkt vor meiner Pousada gönnte ich mir noch einen letzten Caipirinha. Inzwischen zog der Himmel ziemlich zu und Richtung Festland sah es auch stark nach Gewitter aus.
Kurz nach drei holte ich meine restlichen
Sachen ab und lief dank Wolkendecke nicht so schwitzend das Stückchen zum Pier.
Dort aß ich meine restlichen Nudeln und wartete auf das Boot, das um 4 kommen
sollte. Inzwischen begann es auch ganz leicht zu tröpfeln und ich zog meinem
Großen sicherheitshalber schon mal seine Regenjacke an. Das Boot hatte etwas
Verspätung, aber nicht dramatisch. Die Seitenwände waren dieses Mal schon
geschlossen und das war wohl auch ganz gut so. Eine halbe Stunde später legten
wir in Angra an und hier bekam auch der kleine seine Regensachen angezogen.
Aber das schlimmste war wohl schon durch, es regnete nur noch ganz leicht. Ich
brauchte auch keine 10 Minuten bis zum Hostel Angra 147.
Dort konnte ich einen Viererdorm
mit Einzelbetten beziehen. Eigentlich ganz gemütlich hier, nur gibt es keinen
Bereich im Freien. Ich sortierte meine Siebensachen für morgen und sprang dann
mal unter die Dusche. Danach suchte ich nach was zum Essen, inzwischen war es
schon fast sechs. Leider hatte meine Veggie-Option mit Falafel und so nicht
wirklich offen oder Lust, mir was zu servieren. Ansonsten gab es irgendwie nur
Fastfood und ich endete bei Pommes und Zwiebelringen. Jetzt ist mir schlecht…
Ich machte noch eine kleine Verdauungsrunde
durchs Stadtzentrum, das aber außer Geschäften gar nichts zu bieten hat. Ich
wollte eigentlich mit einem Boot früher zurückkommen, um mir die Stadt
anzukucken, hatte das aber nach meinem ersten Eindruck am Freitag mal schnell
noch umgebucht. Gut so.
Das spannendste war dann wohl
noch der weihnachtlich gestaltete Platz, inklusive Spielplatz. Dann lief ich
wieder zum Hostel zurück. Nun ist es dreiviertel acht und ich sitze in der
Küche. Durch die großen offenen Fenster kommt zumindest einiges an Frischluft
rein. Morgen geht es dann um 11 mit dem Bus zurück nach Rio, wo ich je nach
Fahrzeit um 2 oder später ankommen werde.














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