05.01.26 - 'Stuck in Turkey - Es geht in die Verlängerung
Ich schlief tatsächlich relativ
gut und v.a. auch fest und lange! Ich wachte erst auf, als in den Reihen weiter
vorne schon Frühstück serviert wurde. Dann dauerte es auch nicht mehr lang bis
zur Landung, pünktlich um 11 Uhr kamen wir runter. Natürlich war das Gate für
den Weiterflug noch nicht angeschrieben, dass schaffen die hier immer erst 1,5h
vorher oder so… Ich suchte mir zunächst ein Eckchen, um den letzten Blog zu
vollenden, dann war auch das Gate angeschrieben.
Das Bording sollte um 12.10
starten, doch es tat sich nichts. Außer der sich ständig wiederholenden Durchsage,
dass Freiwillige gesucht werden, die für 400€ Cash und eine Hotelübernachtung vom
Flug zurücktreten und erst morgen um 8 abfliegen, war wohl ordentlich überbucht…
Ich überlegte etwas hin und her, die Durchsage hört man ja durchaus öfter, aber
normalerweise fliege ich ja immer so knapp, dass ein Tag mehr nicht mehr drin ist.
Und dieses Mal war der einzige Grund für den früheren Rückflug der, dass einen
Tag später die Flüge wesentlich teurer waren, ich weiß gar nicht, vielleicht
ist der 6. auch in Tschechien Feiertag. Nachdem die Durchsage das 5. Mal kam,
meldete ich mich. Dann hieß es abwarten, aber am Ende blieben ich und ein
türkischer Freiwilliger tatsächlich hier, die sechs mit Standby-Flugticket
kamen aber alle mit.
Wer nun denkt – wie ich – ein halber
Tag in Istanbul gewonnen, liegt aber komplett daneben… Wohl eher ein halber Tag
im Flughafen. Wir sollten zunächst warten, eine Mitarbeiterin von Turkish
Airlines besorgte uns unsere neuen Flugtickets und eine Zettelsammlung. Dann
ging es zum Exit, wo es sich ordentlich staute – dahinter wurden die Pässe
kopiert und wir waren ganz offensichtlich nicht die einzigen, die umgebucht
wurden. Im Gegenteil, das ist ein ausgewachsener Industriezweig hier! Dann ging
es zur Ausreise, Mist, zwei unnötige Stempel im Pass! Bis dahin waren mit
Warten schon an die zwei Stunden vergangen. Nun hieß es, die richtigen Schalter
zu finden, um das Geld und das Hotel zu bekommen. Natürlich befinden sich die
an ganz unterschiedlichen Stellen. Das Geld entpuppte sich als Falschgeld, 400€
in 102 türkischen Scheinen… Ein kurzer Blick auf die Geldwechsler zeigte, nee,
hier machst du das erstmal nicht. Umgerechnet hätte ich dort nur 350€ rausbekommen.
Also packte ich erstmal mein Bündel ein und suchte den Hotel-Schalter.
Dort war deutlich mehr Betrieb,
da dort auch all die gelandet sind, deren Flug z.B. ausgefallen ist und die nun
auch über Nacht eingelagert werden müssen. Es hieß also wieder warten bis ich meinen
Hotel-Check-In machen konnte und dann nochmal warten bis ich für einen Bus zum
Hotel aufgerufen wurde. Allein dort warteten zu dem Zeitpunkt bestimmt 100
Leute. Schon krass! Als ich aufgerufen wurde, fand ich mich neben drei Mädels
wieder, mit denen ich den restlichen Tag verbrachte. Zwei kamen gerade aus
verschiedenen Ecken Vietnams und wollten beide nach Amsterdam, die dritte kam
aus Astana vom Familienbesuch und war auf dem Weg nach London. Sie hatte ihren
Flug verpasst, der nach Amsterdam ist ausgefallen. Wie wohl einige, vier Selber
sitzen deswegen bis Mittwoch in Lissabon fest… Schneit wohl etwas und damit
können die Holländer nix anfangen…
Um fünf waren wir dann endlich in
die Busse verladen und eine halbe Stunde später irgendwo im nirgendwo zwischen
Flughafen und Stadt in einem angeblich 4-Sterne-Hotel. Das meiner Meinung nach
nur für gestrandete existiert. Wir gründeten auch schnell eine Gestrandeten-Whatsapp-Gruppe
und bezogen unsere Zimmer, was auch nochmal unterschiedlich lange dauerte. Bei
mir ging es schnell und ich konnte duschen und mein Shirt waschen.
Um 7 trafen wir uns zum
Abendessen. Das bestand zwar aus vier Gängen, aber der Hauptgang –
Schnitzelchen mit Kartoffelpüree war mal nicht so meines… Die zwei
Vietnam-Girls waren dann alle, für die war es auch schon mitten in der Nacht.
Assel aus London und ich wollten aber wenigstens einen Blick auf die Stadt werfen
und buchten uns – mit Barzahlung – ein Uber-Taxi ins Zentrum. Uber gibt es,
aber es darf nur von echten Taxifahrern genutzt werden. Die Wartezeit betrug aber
nur eine Minute und eine halbe Stunde später standen wir vor der blauen – oder orangen
– Moschee.
Wir schlenderten eine Runde durch die Gegend und zur Hagia Sofia, die direkt ums Eck liegt.
Danach entdeckte ich
meinen Geldwechsler, der wirklich zum echten Kurs wechselte. Ich behielt noch
ein paar Lira, aber bei dem Kurs hier wäre ich gesamt auf vielleicht 398€
gekommen. Auch wenn der Typ schon etwas verwirrt kuckte, als ich ihm den Batzen
Geld gab.
Danach gingen wir noch auf ein
Bier in ein Restaurant, wo wir dank gut geschütztem Platz und Heizstrahler
sogar draußen sitzen konnten. Hier hatte es übrigens noch um die 14°, somit eine
langsame Akklimatisierung für mich… Dazu bestellte ich mir noch eine leckere
Vorspeise mit Auberginen in Tomatensoße mit Fladenbrot. Sehr lecker. Gegen halb
10 bestellten wir uns ein Uber zurück zum Hotel und es ging direkt ins Bett.






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