31.03.26 - Noch ein paar mehr Klöster auf dem Weg in die Bicaz-Schlucht

Heute Nacht schlief ich richtig gut in meinem Luxusdomizil. Gegen acht wachte ich auf. Draußen war es grau und regnete schon mal wieder… Angeblich sollte es aber im Laufe des Tages etwas besser werden. Da ich keinen straffen Zeitplan hatte, blieb ich zunächst noch eine Stunde liegen, dann stand ich auf und machte mir in der Küche einen Kaffee. Diese Dolce-Gusto-Kapseldinger würde ich mir ja niemals kaufen, aber für eine kleine Ferienwohnung wie hier sind sie schon echt ganz praktisch.


Mit gutem Kaffee und Sudoku blieb ich also noch eine Weile sitzen, bevor ich meine Sachen packte. Kurz nach 10 war ich startklar und wurde am Auto von meinem Gastgeber mit einem fröhlichen „Auf Wiedersehen“ auf die Reise geschickt. Heute fuhr ich zunächst ein Stückchen zurück in die Richtung, wo ich die Nacht vorher geschlafen hatte. Ein paar Klöster lagen noch mehr oder weniger auf dem Weg. Sie gehören wohl alle nicht so ganz zu den Moldau-Klöstern, gehören aber teils auch zur Unesco. Und es war noch weniger los als gestern, Eintritt wollte man nirgends von mir. Dafür gab es bunte Bilder auch nur im Inneren und nicht an den Außenwänden.


Nach einer dreiviertel Stunde war ich am ersten angelangt, Probota. Außer mir und einigen Nonnen gab es hier nicht einen Menschen. Die meisten scheinen übrigens Nonnenklöster zu sein, nur zweimal habe ich irgendwo Mönche gesehen. Nach einer kleinen Runde außenrum und innen rein fuhr ich weiter und hielt an einem auf Google entdeckten Café. Total stylisch und trotzdem super günstig, umgerechnet 1,40€ kostet ein Cappuccino aus einer professionellen Siebträgermaschine. Und nette Gesellschaft gab es auch noch dazu.

In Targu Neamt hielt ich kurz am Lidl und kaufte mir was fürs Abendessen und für morgen. Da ich heute eher abgelegen übernachte, es dort aber eine Küche gibt, wollte ich auf Nummer sicher gehen und auch für die morgen geplante Wanderung kaufte ich lieber hier schon ein. Dann ging es zum Kloster Varatec, auch hier war außer ein paar putzenden Nonnen kein Mensch zu sehen.


Etwas anders ging es dann am nahegelegenen Kloster Agapia zu, hier hielt direkt hinter mir ein Bus mit einer Schulklasse, aber ich war schneller! Und so war ich schon wieder auf dem Weg nach draußen bis die alle halbwegs drin war.


Letzter Stopp war dann das Kloster Neamt. Das wirkte am ältesten und am wenigsten gepflegt, ist auch in Männerhand… Hier waren nochmal ganze Busladungen an Grundschulkindern unterwegs. 

Direkt daneben gibt es aber ein ganz neues Kloster (?), das auch außen bunt bemalt ist. Sieht aber nicht restauriert, sondern wirklich nach Neubau aus.

Inzwischen war es halb drei und ich hatte noch knapp zwei Stunden landschaftlich schöner Fahrt vor mir. Zunächst hielt ich aber im nächsten Ort auf einen Kaffee. Auch hier fand sich ein sehr hübsches Café. Kaffee machen konnte das junge Mädel hinter der Theke, dafür aber nicht ein Wort Englisch. 

Das finde ich schon recht erstaunlich, kommt aber immer wieder vor hier. Angeblich lernt man Englisch weitgehend als erste Fremdsprache, aber sie konnte echt gar nix, nicht einmal Zahlen! Kann mir kaum vorstellen, dass man hier irgendwie sehr russisch eingestellt ist…

Nun führte mich mein Weg erstmal über einen kleinen und leider sehr unspektakulären Pass ohne Aussicht. Hinten gings wieder runter und dann mehr oder weniger kurvig am Bicaz-Stausee entlang. Doch der erschien mir ziemlich leer, bei Google Maps war es schon lange blau bis ich endlich echtes Wasser zu sehen bekam.

War schon ganz hübsch, hier lang zu fahren aber auch nicht wirklich besonders. Auch die Orte, durch die ich kam, wirkten eher trist. Es scheint, man heizt hier auch noch ziemlich viel mit Braunkohle oder irgendetwas, das stinkt wie der Katzendreck im Winter in den 80ern, wenn der Wind aus Tschechien kam…

Gegen Viertel 6 kam ich dann in dem kleinen Örtchen Bicaz Chei an. Es zieht sich entlang der Hauptstraße, hat ein paar Pensionen, ein Restaurant und einen Supermarkt samt Bäckerei. In meiner Pensiunea Aurelia wurde ich fast überschwänglich freundlich empfangen. 

Ich bin vermutlich der einzige Gast seit einigen Tagen… Ich habe ein gemütliches kleines Zimmer, theoretisch mit Aussicht in zwei Richtungen und Balkon.

Ich richtete mich ein, plante ein bisschen den morgigen Tag samt nächster Unterkunft und ging dann nach unten in die Küche, wo ich meine tiefgekühlte vegetarische Paella in die Mikrowelle warf. Schmeckte zwar nicht wirklich danach, war aber doch ganz gut. Dazu gabs noch einen Tee. Nun ist es gleich halb acht und ich sitze im Zimmer. Ich hoffe, der Wetterbericht stimmt und morgen ist es wirklich trocken, denn ich möchte eine Wanderung in der Schlucht machen und doch auch ein bisschen was von der Aussicht haben… Danach fahre ich weiter nach Targu Mures, also mitten hinein nach Transsilvanien!

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