01.04.26 - Tolle Wanderung über und durch die Bicaz Schlucht
Auch heute Nacht habe ich wieder
ganz wunderbar geschlafen. Kurz nach sieben war ich wach, blieb aber noch bis
etwa 8 Uhr liegen. Die Sonne schien durchs Fenster, endlich würde das Wetter
einmal vernünftig werden! Dann machte ich mich fertig und ging nach unten, denn
mir war ja ein Kaffee versprochen worden. Den bekam ich auch, gut und stark. Nach
dem Kaffee packte ich fertig, verabschiedete mich von meinen super netten Gastgebern
und war gegen 9 auf dem Weg.
Die Fahrt dauerte nicht lange,
nur gute 20 Minuten, dann war ich mitten in der Bicaz-Schlucht angekommen. Ich
packte gleich am Anfang der Schlucht, denn hier ging der Weg von der Straße weg
zu meinem heutigen Ziel. Es hatte nur drei oder vier Grad, trotzdem hatte ich
mich gegen die dicke Jacke entschieden, stattdessen hatte ich eine lange Unterschicht
gewählt und nur die Regenjacke drüber gezogen, dazu die dünnen Handschuhe und
was auf die Ohren.
Die Entscheidung war richtig,
schon nach einer knappen halben Stunde wanderte die Jacke in den Rucksack, denn
es ging über Stock und Stein bergauf. Zunächst entlang eines Wildwasserbaches,
nach kurzer Zeit kam auch schon die erste kleine Hängebrücke, die ich
überqueren musste.
Deswegen hatte ich mich auch für
diese Laufrichtung entschieden, so ging es steil nach oben und im schlimmsten
Fall hätte ich umdrehen können. Aber obwohl der Boden noch ordentlich nass war,
war der Weg absolut machbar. Steil, aber nicht übermäßig rutschig und an den
schwierigsten Stellen gab es sogar Seile zum Festhalten.
Nun ging es noch ein Stückchen
quer durch den Wald, aber nicht mehr sehr steil, dann zweigte noch einmal ein
etwa 400 m langer Weg rechts etwas bergauf ab, der mich zum höchsten Punkt
führen sollte. Nun war ich auf 1100m. Gut 400 Höhenmeter hatte ich hinter mir.
Auf der ganzen Runde ist mir nicht ein Mensch begegnet, nur ein paar Rehe oder sowas habe ich verscheucht. In der Schlucht selbst ging es deutlich touristischer zu, wenn auch lange nicht so sehr wie vermutlich im Sommer. Die vielen Verkaufsstände deuten auf jeden Fall darauf hin, dass hier im Sommer die Hölle los sein muss. Jetzt war nur ein Teil davon geöffnet, trotzdem wurden schon einige Busladungen an Touristen durchgekarrt. Ich musste noch etwa eine Viertelstunde die Straße entlang laufen, viel Verkehr war zum Glück nicht. Und es ging bergab. Nach ziemlich genau drei Stunden war ich zurück am Auto. Eine echt tolle Wanderung war das.
Nun fuhr ich weiter, den Weg, den ich gerade gelaufen war, durch die Schlucht Richtung Westen. Ein kurzes Stück später kam ich am ebenfalls touristischen Lacu Rosu an, der mich jetzt aber nicht so vom Hocker haute und auch gar nicht rot war.
Außerdem war er noch komplett zugefroren. So machte ich nur zwei Fotos, suchte einen Cache und weiter ging die Fahrt. Es ging steil bergauf über eine Passstraße und auf der anderen Seite wieder nach unten. Eine Stunde später machte ich eine kurze Kaffeepause.
Inzwischen war es auch schon 2
Uhr. Ich überlegte kurz, ob ich noch irgendwo einen Zwischenstopp machen
sollte, entschied mich dann aber dagegen und fuhr knapp zwei Stunden durch bis
nach Targu Mureș. Eine recht große Stadt mit über 100.000 Einwohnern, wo ich
mein Nachtlager für heute aufschlagen wollte. Google lotste mich perfekt zu
meinem Ziel, einen wunderschönen kleinen Zimmerchen, voll ausgestattet mit
Küche und allem Drum und Dran und einer herzlichen Vermieterin. Mit Händen, Füßen
und Google Translate konnten wir uns auch ganz gut verständigen.
Ich bezog mein Zimmerchen, zog mich um und startete kurz darauf in die nahegelegene Innenstadt. Die macht einen sehr hübschen Eindruck, heute war ich allerdings zu nichts mehr in der Lage.
Ich hatte allerdings einen Cache
entdeckt, der sich in einem Bücher-Café befand. Das klang nach dem perfekten
Ziel. Die freundliche Besitzerin reichte mir einen leckeren Cappuccino und dazu
ein Logbuch.
Danach schlenderte ich noch eine kleine Runde, hielt dann aber zielstrebig auf die Pizzeria neben meiner Unterkunft zu. Die erwies sich auch als Volltreffer, die Pizza war sehr lecker und genau das, was ich heute brauchte.
Gut gestärkt ging es zurück nach Hause. Ich machte ein klitzekleines bisschen Laundry, meine Hosenbeine waren doch ein bisschen eingesaut und mein Pulli müffelte leicht. Mich selbst beförderte ich auch unter die Regenwalddusche. Nun liege ich sauber und zufrieden auf dem Bett und spreche den Blog, weil ich zu faul zum Tippen bin. Die Rechtschreibung ist mal wieder die volle Katastrophe, da liegt noch ein bisschen Arbeit vor mir. Die werde ich jetzt erledigen und mir dabei das kleine Fläschchen Wein gönnen, das mir meine Vermieterin bereitgestellt hat. Danach wird der Tag ganz gemütlich mit Netflix und Kindle ausklingen.




















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