09.04.26 - Ausflug nach Transnistrien - in ein Land, das nicht exisitiert!
Heute Nacht hab ich ziemlich gut
geschlafen. Und Romy auch! War mir doch sehr wichtig, schließlich war doch ich
es, die sie in Richtung Hosteltür geschubst hatte… Wir haben aber auch nur eine
weitere Mitschläferin (sieht auch für heute Nacht so aus), die gefühlt ihr Bett
gar nicht verlässt und sich extrem ruhig verhält.
Um 7 war ich wach und kurze Zeit
später mit Sudoku vor der Tür. Romy kam dann kurze Zeit später und gegen halb 9
waren wir startklar für den Tag. Zunächst gab es wieder einen guten Cappu in
einem süßen Café ums Eck.
Aus Chisinau raus zog es sich
etwas, die Straßen sind hier wirklich voll. Eineinhalb Stunden später waren wir
an der Grenze, die es nicht gibt und gingen zu der Passkontrolle, die kein Mensch
braucht. Auch nur einfach, denn für die Moldauer reisen wir ja auch gar nicht
aus. Es war sehr unkompliziert und schnell, man bekommt einen kleinen Zettel
als Einreisedokument. Die einzige Frage ist, ob man am selben Tag ausreist,
denn wenn nicht, bräuchte man wohl eine Art Visum.
Punkt 12 spuckte uns der Bus dann am Bahnhof in Tiraspol in Transnistrien (genauer in der Pridnestrowischen Moldauischen Republik) aus. Land #99,1?!? Das einzige, was hier abzufahren scheint, ist der Bus nach Chisinau. Züge waren weit und breit nicht zu sehen.
Zunächst liefen wir durch ein
typisches Wohngebiet mit verlotterten Plattenbauten und dem einen oder anderen
Relikt auf vier Rädern.
An der Flamme gedenkt man v.a. den Opfern der Nicht-Unabhängigkeitskämpfe von 90-92. Moldau tendierte schon in den Jahren vorher zu Rumänien, die Sprache ist de facto auch dieselbe, Transnistrien wäre am liebsten Teil der Sowjetunion geblieben.
Weiter ging es die Hauptstraße entlang, zwei Highlights erwarteten uns noch am anderen Ende. Eines davon hätte man hier nicht erwartet, ich hatte es auf der Suche nach der Lenin-Statue gefunden:
Harry (russisch Gary) steht vor
einer Uni und symbolisiert Wissen und Weisheit… Unser letztes Ziel war ein
weiterer Park, der irgendwas zwischen Lost Place und Vergnügungspark ist. Einmal
Carosell musste definitiv sein.
Ein bisschen Tschernobyl-Feeling kam dabei auch auf, die Riesenräder sehen sich durchaus ähnlich.
Von hier aus liefen wir zurück zum Bahnhof und stolperten dabei noch über ein regionales Schmankerl:
Kurz nach drei waren wir am Bahnhof,
kauften uns Tickets zurück nach Chisinau, halfen einem anderen Reisenden mit
ein paar Rubel aus – der arme hatte wohl nicht richtig kalkuliert – und gaben
unsere letzten dann für eine Cola aus. Natürlich hatte ich mir vorher meine
Scheinchen zur Seite gepackt. Wüsste nicht, wo es sonst einen 25er-Schein gibt.
Unser Bus – jetzt mit fester
Fahrzeit – fuhr um 15.25 Uhr ab. Unser Fahrer war ein ganz besonderes Exemplar,
wollte von allen (jetzt fast nur Touris) wissen, woher sie kommen und sprach
drei Wörter Deutsch. Die Fahrt zurück verlief ganz entspannt. An der Grenze mussten
wir dieses Mal gar nicht aussteigen, die Pässe bzw. Ausweise (reicht) wurden
eingesammelt und kurz darauf zurückgebracht. Zwei Stunden später waren wir
zurück. Definitiv ein unvergesslicher Ausflug in ein Land vor unsrer Zeit!
Wir liefen direkt zu einem sehr
großen Restaurant. Auf den ersten Blick wirkte es etwas seltsam, war aber gut
mit Einheimischen gefüllt und erwies sich als Volltreffer. Es gab eine große Auswahl
(vegetarischer) lokaler Gerichte. Alles war richtig lecker und unglaublich
günstig. Inklusive Wein (ca. 1,70€ pro Glas) zahlten wir gerade mal 15€ zu
zweit.
Pappsatt ging es zurück zum
Hostel. Hier sitzen wir nun, sortieren Fotos, schreiben Blog und Statusmeldungen
und trinken dazu eine Dose Wein. Noch nie gesehen, echter moldauischer Wein und
wirklich gut. Auch ein hochwertiges Design, das Weinglas ist ein haptischer
Aufdruck.
Morgen checken wir hier dann früh
aus und holen uns am Flughafen für unsere letzten drei Tage ein Auto. Damit
erkunden wir noch etwas die weitere Umgebung und haben uns für die letzten zwei
Nächte noch ein fast luxuriöses Hotel in Orhei gegönnt.

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