10.04.26 - Tolle Wanderung beim Höhlenkloster von Orheiul Vechi

Heute Nacht haben wir beide wieder gut geschlafen. So gut, dass wir nicht gemerkt haben, dass über Romy noch jemand eingezogen ist. Früh war ich allerdings recht bald wach. Gegen acht war Romy das auch und etwa eine dreiviertel Stunde später waren wir abmarschbereit. Der erste Weg führte natürlich wieder in ein hübsches Café, wo es neben Flat White auch noch ein leckeres Pain au Chocolat gab.


Um halb 10 liefen wir zur Bushaltestelle, wo gerade unser Bus zum Flughafen einfuhr. Für gerade mal 60ct pro Nase fuhren wir dort eine halbe Stunde hin. Nach etwas Suchen fanden wir auch Europcar, war tatsächlich noch das günstigste hier. Dafür auch extrem unkompliziert, so dass wir keine zehn Minuten später in unserem „Opel Corsa“ saßen. Ab heute ist Romy die Fahrerin. Das Ding wirkt zwar hochmodern, Bluetooth will aber nicht wirklich, so dass wir übers Handy navigieren müssen.


Zunächst füllten wir in einem Supermarkt ums Eck unsere Vorräte auf – leider gab es unseren Dosenwein nicht. Danach ging es ein paar Kilometer weiter in ein kleines Café in the Middle of Nowhere.

So gestärkt starteten wir auf die knapp eineinhalbstündige Fahrt nach Trebujeni. Die Straßen sind noch etwas schlechter als in Rumänien, voller Schlaglöcher und über einige Kilometer nicht mal geteert. Dafür war auch deutlich weniger Verkehr. 


Kurz vor 1 erreichten wir unser Ziel. Wir parkten am Straßenrand und starteten unsere Wanderung. Die erste Hälfte ging es entlang der quasi nicht befahrenen Straße. Dabei kamen wir an ein paar Überresten der Mongolen (!) aus dem 14. Jahrhundert vorbei. Ein Badehaus, das noch ganz gut zu erkennen war, und eine Karawanserei, die man nur noch erahnen konnte.


Gegenüber am anderen Flussufer tauchten dafür das Kloster von Orheiul Vechi und das darunterliegende Höhlenkloster auf.


Am Flussufer erreichten wir dann den offiziellen Parkplatz für Touristen mit Parkgebühr, hier mussten wir auch umgerechnet 1€ Eintritt bezahlen. Dann liefen wir weiter und nun ging es bergauf auf die Klippe, die sich am Fluss entlang windet.

Ein paar Touris gab es außer uns, aber es war wirklich sehr überschaubar. Zu Romys Freude fanden wir auch den laut KI besten Fotospot neben dem Glockenturm. 100% überzeugt waren wir von ihm allerdings nicht.


Was die KI uns allerdings völlig verschwieg, war, dass hier völlig versteckt auch der Eingang zu DEM Höhlenkloster war! Nichtsahnend saßen wir hier, machten Brotzeit und genossen die Aussicht.


Dann liefen wir zum überirdischen Kloster, wo ich neben einer verkuschelten Katze auch einen Cache fand.



Wir drehten eine klitzekleine Runde durch den ziemlich ausgestorbenen Ort. Es gibt einige Pensionen, vielleicht ist im Sommer hier doch etwas mehr los.

Es ging wieder hoch zum Kloster, dieses Mal von der Rückseite, und auf der Flussseite wieder steil hinunter. Wir beschlossen, nochmal am Fluss zurückzulaufen, um die Höhlen wenigstens etwas aus der Nähe zu sehen.



Als wir quasi darunter standen, standen oben plötzlich Menschen vor der Höhle! Es musste also einen Zugang geben! Wir stiegen einen steilen Pfad hinauf, der wieder am KI-Viewpoint rauskam. Ein weiterer vogelwilder Pfad verschwand in der Felswand. Nein, das konnte nicht der richtige sein, so sportlich sahen die Leute da oben nicht aus! Es wurmte mich, der Zugang musste doch zu finden sein. Maps.me kannte ihn, da war ein rechtwinklig zum Hauptweg verlaufender Pfad eingezeichnet. Plötzlich kam es mir, es muss ein Tunnel sein, alles andere ist unmöglich! Und tatsächlich, unter dem Glockenturm, versteckt auf der Rückseite, ohne irgendeine Beschilderung von weiter weg, ging es hinter einer Tür in einen stockfinsteren Tunnel, der im Höhlenkloster endete. Ein uralter Mönch war darin und hinten raus stand man plötzlich mitten in der Felswand. Wir kriegten uns überhaupt nicht mehr ein!

Nach einem weiteren Futterstopp am selben Platz wie vorher ging es den Pfad wieder nach unten und dann etwa drei Kilometer am Fluss entlang.



Unterwegs stolperten wir über weitere Höhlen, allerdings nicht so hoch und deutlich einfacher zu erreichen. Und menschenleer (wie der gesamte Weg, außer den 1,5 touristischen Kilometern). Auch das sind laut Google alte Höhlenklöster.


Von hier aus lief der Weg weiter direkt am Fluss entlang und gegen halb 5 und nach gut 10km waren wir zurück am Auto. Was für ein toller Ausflug!


Auf der Weiterfahrt stoppten wir noch an einem Viewpoint, leider auch hier wieder sehr weit entfernt. Wir fuhren nach Orhei, wo wir für die nächsten zwei Nächte ein Hotel gebucht haben. Zunächst ging es aber in ein kleines italienisch angehauchtes Restaurant. Neben Aperol gab es für mich Pasta mit Käßesoße und für Romy Pasta mit Käse drin und Salat. Alles sehr lecker.


Satt und zufrieden und wieder für unter 20€ fuhren wir das kurze Stück zum Hotel, wobei auch Google Maps hier einen Aperol zu viel intus hatte. Gleich zweimal lotste es uns falschrum in die Einbahnstraße. Schließlich kamen wir aber doch an und scheinen wieder so ziemlich die einzigen Gäste zu sein. Wir checkten ein, bekamen einen Flaschenöffner und sogar Weingläser und konnten unser chices Zimmer beziehen. Für Romy gibt’s hier sogar Frühstück. Und das Ganze kostet und auch noch nicht mal 30€ pro Nacht und Nase.

Jetzt ist es gleich acht, ich bin mit dem Blog fertig und ziemlich müde. Morgen geht es noch nach Tipova, wo es auch ein tolles Kloster und einen Wasserfall geben soll…

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