11.04.26 - Gemütlicher Tag in Orhei
Heute Nacht
hab ich das erste Mal so richtig schlecht geschlafen hier. Oder gefühlt die
halbe Nacht gar nicht. Da konnte früh nicht mal der Kaffee, der echt gut war,
was ausrichten. Wir haben hier Frühstück inklusive, das war echt vielfältig.
Die Tochter des Hauses – etwa Anfang 20 – gesellte sich zu uns und gab uns
verdammt viele Tipps, was man hier so machen könnte. Außerdem gab es einen ganz
guten Einblick ins Leben hier. Sie scheint ein ganz schlauer Kopf zu sein,
spricht perfekt Englisch und hat auch ein Semester in Österreich studiert. Und
meinte, dass die Chance hier einen guten Job zu bekommen leider recht gering
ist und sie wahrscheinlich nach Rumänien müsse. Außerdem erklärte sie uns,
warum Orhei (sprich: Orchej) reicher ist als andere Orte in Moldau. Der
ehemalige Bürgermeister hat wohl vor gut 10 Jahren mit einigen anderen
Verdächtigen ganz ordentlich den Staat beraubt. Der riesige Diebstahl wurde bis
heute nicht aufgeklärt, aber der Bürgermeister ließ hier so einiges springen:
gute Straßen, neue Häuser und einen völlig kostenlosen Freizeitpark, der nun
leider nicht mehr genutzt wird. Der Bürgermeister ist nämlich auf und davon und
nun entweder in Israel oder in Russland, so genau weiß das niemand.
Vermutlich ist
der im Sommer hübscher, jetzt war er noch nicht so in Schuss. Dann gings kurz
durch ein klitzekleines, aber kostenloses historisches Museum, in das sich wohl
nur einmal pro Woche jemand verirrt.
Nun ging es wieder runter und ein Stück weiter durch die Stadt bis zu einem kleinen, vermutlich künstlichen See, wo das berühmt berüchtigte „Orhei Land“ liegt. Schade, dass es leer steht, es war wohl der erste moderne Freizeitpark im ganzen Land.
Gleich ums Eck
gab es noch einen weiteren etwas skurrilen Park, der einen auf „Gardens by the Bay“
in Singapur macht.
Von hier ging es einmal durch die ganze Stadt (ca. 2,5km) zurück. Unterwegs tranken wir einen weiteren Kaffee.
Gegen halb 3 waren wir am Hotel und stiegen direkt ins Auto, um in das 15km entfernte Curchi zu fahren. Dort gibt es ein ziemlich großes und gutaussehendes Kloster, das wohl auch zu den Hauptattraktionen des Landes gehört. Was nicht bedeutet, dass irgendwas los wäre, wir waren relativ allein dort unterwegs. War auf jeden Fall ganz hübsch.














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