12.04.26 - Letzter Tag mit Wasserfall und Höhlenkloster

Heute Nacht hab ich zwar besser, dafür aber verdammt kurz geschlafen. Gegen halb 9 stand ich auf, Romy war schon unten beim Kaffee. Ich gesellte mich dazu und wie schon gestern blieben wir mit guter und informativer Unterhaltung noch eine ganze Zeit lang sitzen. Gegen halb 11 waren wir dann abfahrbereit. Zunächst fuhren wir ca. eine dreiviertel Stunde Richtung Norden und nach Tipova (mit dem Häkchen unter dem T, sprich Zipova).


Als wir dort ankamen, war das Wetter perfekt zum Wandern und genau das hatten wir für die nächsten zwei Stunden vor. Wir parkten und zunächst ging es ein steiles Stück hinunter zum Fluss, dem Dnister oder Nistru, je nach dem, hinter dem jedenfalls dieses nicht existente Land liegt. Die Aussicht war schon mal sehr toll.


Wir liefen runter, dann bogen wir links ab und folgten einem kleinen Pfad, der sich an einem Bach entlang schlängelte. Wir trafen nicht einen Menschen, nur ca. 6-8 Kühe. Nach etwa einer Stunde waren wir am Ziel, einem sehr kleinen Wasserfall, den wir dafür aber ganz für uns hatten. Und man konnte sogar dahinter lang laufen.


Wir machten eine kurze Rast und aßen unser Brot mit Frischkäse bzw. eine Banane. Dann ging es den gleichen schönen Weg zurück. Am Parkplatz waren nun doch ein paar mehr Autos, aber die meisten Leute schafften es nur bis zum Viewpoint über den Fluss bzw. zum nahegelegenen Höhlenkloster. Das war auch unser 2. Ziel hier. Es ging nochmal steil bergab, dieses Mal allerdings über grobe Steinstufen.

Dann standen wir vor einem im Vergleich zu Orheiul Vechi riesigen Höhlenkloster. Wir waren auch stolz, denn dieses Mal hatten wir es auf Anhieb gefunden! Ok, war einfacher…


Nach einigen Fotos ging es wieder hoch zum Auto. Unser Timing war perfekt, kaum waren wir drin, begann ein kleiner Platzregen. Auch die weitere Strecke lang war die Straße nass. Zunächst ging es zurück nach Orhei und dann weiter Richtung Hauptstadt. In Cricova fuhren wir nochmal von der großen Straße ab, dieser Ort ist bekannt für seinen Weinbau. Leider waren heute aufgrund des orthodoxen Osterfestes alle Weingüter geschlossen. Hier gibt es nämlich unterirdische Weinkeller, die teils über 100km lang sind! Wir konnten nur einen oberirdischen Blick darauf erhaschen, aber egal.

Dann fuhren wir weiter nach Chisinau. Ich hatte ein Restaurant der Kette La Placinta rausgesucht, in dem wir am 2. Abend hier so lecker gegessen hatten. Leider hatte es wie viele andere Restaurants auch heute geschlossen. Aber ich hatte einen Italiener in der Nähe entdeckt, der sich als leckerer Glücksgriff entpuppte. Wir hatten einen abschließenden riesigen Aperol, Salat und leckere Pasta, ich mit Lachs in Zitronensoße. Sauteuer, wir zahlten zusammen mit Trinkgeld 33€🤣

Gegen sechs Uhr waren wir zurück am Flughafen. Wir leerten das Auto – einfacher als in Rumänien – und ich wollte noch zu dem uralten Flieger am Eingang. Davor stand ein Auto mit LIF am Kennzeichen. Ich sprach das etwas ältere Paar daneben an: „Ist aber weit bis Lichtenfels!“ Die zwei waren etwas perplex, aber er reagierte spontan und fragte, ob ich wohl mitfahren wollte. Witzig, sie hatten ihre Kinder (schulpflichtiger Sohn/Tochter Urlaub zu Ende) am Flughafen abgesetzt und bleiben noch etwas. Ansonsten gibt es hier auch unglaublich viele Busse, die einzig und ausschließlich nach Kiew und Odessa fahren. Odessa ist vielleicht 150km entfernt, Kiew wohl etwas weiter, aber vermutlich ist Chisinau für Ukrainer der einzige halbwegs erreichbare Flughafen im Moment ☹

Wir gaben unseren Autoschlüssel zurück und setzten uns vor den Security-Check, denn wir hatten heute früh noch zwei Dosen von unserem Wein – allerdings rosé – ergattert.


Als der leer war, gingen wir durch den Check und die Passkontrolle, quasi ohne jegliche Wartezeit. Der einzige Flughafen des Landes ist aber auch überschaubar, es gibt 9 Gates und heute vielleicht noch fünf Flüge. Im Duty Free investierten wir unsere letzen Lei in zwei Piccolos, die wir aber garantiert heute nicht mehr trinken werden, wir sind schon ganz angedüdelt, aber das Geld musste weg.

Jetzt ist es kurz vor acht, wir sitzen am Gate. Der Flieger soll um kurz vor 9 abheben und nach gut zwei Stunden Ortszeit 22.15 Uhr in Nürnberg landen. Romys Tochter Lilly – vor langer Zeit mein kleines Jugend-Tanzkind – holt uns dort netterweise ab, so dass wir, wenn alles gut geht, gegen Mitternacht wieder zu Hause sind.

Moldau war definitiv eine Reise wert. Es gibt vermutlich kein Land auf diesem Planeten, für das das nicht gilt. Vier bis fünf Tage sind aber auch völlig ausreichend, so groß ist es dann auch wieder nicht. Und bis auf ein Weingut haben wir wohl alle Highlights auch gesehen.

Vielen Dank auch dir, liebe Romy, es war sehr schön mit dir und ich würde es jederzeit wieder tun! Und auch für alle anderen vielleicht mal wieder ein Zeichen, ich bin nicht darauf fixiert, allein zu reisen und nehme immer gerne jemanden mit! Btw. meine Pfingstferienplanung hat sich soeben zerschlagen, wer hat Bock, was zu machen?!?


Comments

Popular posts from this blog

19.12.25 - Neues Jahr - neuer Blog!

20.12.25 - Brasilien - Die lange Anreise wird belohnt!

14.02.26 - Bella Italia, 1. Halt: Roma